Ausbildung zum/zur Erzieher/-in

Fachakademie für Sozialpädagogik Rummelsberg

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19.02.2021

Erzieher*innen-Ausbildung wird um ein Jahr verkürzt

Die Fachakademien der Rummelsberger Diakonie starten im September mit der verkürzten Ausbildung

Nürnberg/ Rummelsberg – Vor einem Jahr hat Max Dennerlohr noch als Kraftfahrer für eine Brauerei gearbeitet – jetzt macht er die Ausbildung zum Erzieher. Der Wunsch des Neumarkter, im sozialen Bereich zu arbeiten, ist über Jahre gewachsen. Die Corona-Pandemie gab im vergangenen Sommer dann den endgültigen Anstoß. Der Arbeitsvertrag des 25-Jährigen lief aus und sein ehemaliger Arbeitgeber konnte ihn wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage nicht verlängern. So bewarb sich Max Dennerlohr kurzerhand bei der Fachakademie für Sozialpädagogik in Rummelsberg und begann im September die Ausbildung zum Erzieher.

Geschichten, wie die von Max Dennerlohr, hört Susanne Stöcker, die Schulleiterin der Fachakademie in Rummelsberg, regelmäßig: „Ich bekomme immer wieder die Rückmeldung von Studierenden, die teilweise aus ganz anderen Berufen kommen, dass es die beste Entscheidung ihres Lebens war, die Branche zu wechseln und jetzt mit Kindern zu arbeiten.“ Durch eine Neuregelung der Ausbildung könnte der Quereinstieg für viele nun noch interessanter werden. Denn ab kommenden Schuljahr können Personen mit Mittlerem Schulabschluss und einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder mit Hochschulreife die Ausbildung zur Erzieherin/ zum Erzieher in drei Jahren abschließen.

Bisher mussten die Quereinsteiger zunächst die Ausbildung zur Kinderpflegerin, bzw. zum Kinderpfleger durchlaufen. Dies fällt nun weg. Es ist lediglich ein sechswöchiges Praktikum in einem sozialpädagogischen Arbeitsfeld nötig. Dieses kann innerhalb der Rummelsberger Diakonie absolviert werden, die Fachakademien sind bei der Suche nach einem Praktikumsplatz behilflich.

Zudem wird für die zwei Ausbildungsjahre an der Fachakademie das Aufstiegs-BaföG gewährt, das nicht zurückgezahlt werden muss. Der Höchstsatz für Alleinstehende liegt bei 892 Euro, für verheiratete Lernende und Lernende mit Kindern erhöht sich der Beitrag nochmals. Anschließend folgt noch ein einjähriges Berufspraktikum, das mit etwa der Höhe von 80 Prozent eines Erzieher-Gehalts vergütet wird. „Durch die Verkürzung der Ausbildung und BaföG-Förderung wird der Quereinstieg für viel mehr Interessenten möglich“, sagt Susanne Stöcker.

Doch auch alle anderen profitieren von der Neuregelung der Ausbildung. Sie wird insgesamt um ein Jahr verkürzt. Für Personen mit mittlerem Bildungsabschluss umfasst die Erzieher*innen-Ausbildung künftig vier Jahre. Zunächst besuchen sie das Sozialpädagogische Einführungsjahr (SEJ). Dies löst das zweijährige Sozialpädagogische Seminar ab. Daran schließen sich die zwei Studienjahre an einer Fachakademie und das einjährige Berufspraktikum an.

Auch für Stephanie Bäsmann, Schulleiterin der Evangelischen Fachakademie für Sozialpädagogik Nürnberg, ist die Neuregelung ein Gewinn: „Die Neuregelung der Ausbildung macht die Zugänge vielfältiger und breiter und damit auch die Vielfalt der Menschen, die den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers ergreifen.“

Max Dennerlohr jedenfalls, hat seinen Berufswechsel nicht bereut. „Ich hatte mir gut überlegt, ob ich noch etwas Neues anfangen soll“, erzählt der 25-Jährige. Nun ist er froh, den Schritt gegangen zu sein: „Ich fühle mich bestätigt“, sagt Max Dennerlohr.

Für alle, die noch überlegen, hat er einen Tipp: „Probiert euren Berufswunsch bei einem Schnupperpraktikum aus. Es ist ganz anders, als man es sich oft vorstellt“, sagt der 25-Jährige. Auch er hatte bereits vor zwei Jahren ein Schnupperpraktikum in einem Kindergarten gemacht.  „Es geht nicht nur um Spielen, sondern es hat viel mit der Förderung und Entwicklung der Kinder zu tun“, erklärt Max Dennerlohr. Durch Projekte, die in den Kindertagesstätten angeboten werden, sei die Arbeit sehr vielfältig – von Musik bis hin zu Sport. „Es ist für mich ein Traumberuf“, so Max Dennerlohr.

Wer sich für die Ausbildung zur Erzieherin/ zum Erzieher interessiert, findet auf den Webseiten der Fachakademien der Rummelsberger Diakonie unter www.rummelsberger-diakonie.de/bildung weitere Informationen. Eine Bewerbung für den Start im September 2021 ist an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Rummelsberg noch möglich.


Von: Claudia Kestler

Durch eine Neuregelung wird der Quereinstieg in den Erzieher-Beruf einfacher: Die Ausbildung wird um ein Jahr verkürzt und ist BaföG-gefördert. Foto: Rummelsberger Diakonie

Max Dennerlohr macht die Ausbildung zum Erzieher. Er wohnt und arbeitet in einem Kindergarten in Neumarkt. Foto: Privat